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Zeitgeschichtliches Archiv

26 November 2022

2. Deutschlandarchiv 1946-1992 – Presseausschnittarchiv 8.967 Kartons / 748 lfd. Meter

  1. Deutschland historisch

  2. Gesamtdeutsche Probleme nach 1945

  3. Internationale Probleme mit deutsch-deutschem Bezug

  4. West-Zonen/BRD/Bundesländer

  5. Sowjetische Besatzungszone/DDR

  6. Westberlin

  7. Neue Bundesländer

  • Art des Zugangs/Erwerb: Schenkung des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V. (ZZF e.V.)

  • Rechtsform: Schenkungsvertrag zwischen dem ZZF e.V. und dem BBB e.V. vom 16.03.2011

  • Bestandsgeschichte. Inhalt und Strukturierung der Überlieferung:

Die Presseausschnittarchive des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte (DIZ) und des Deutschen Wirtschaftsinstitutes (DWI), 1972 mit dem Staatssekretariat für westdeutsche Fragen aufgegangen im Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) der DDR, wurden nach dessen Schließung noch bis 1992 an der Berliner Humboldt-Universität (HUB) durch ehemalige IPW-Mitarbeiter weiter gepflegt, dann vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e. V. (ZZF) übernommen und im Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr (ZInfoABw) in Strausberg aufgestellt. Deren Eigenbedarf an Speicherfläche führte zur Übertragung von Teilsammlungen an folgende Institutionen: das ZInfoABw behielt die Artikelsammlung des IPW zu NATO, Bundeswehr, Warschauer Vertrag, das Iberoamerikanische Institut, Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernahm die Artikelsammlung über Lateinamerika, das ZZF behielt die biografische Sammlung und das BBB e.V. übernahm 2011 mit der Überlieferung DDR, BRD, Berlin, neue Bundesländer das größte Segment. Auch diese Teile konnten so vor drohender Vernichtung bewahrt werden. Über den Verbleib der DIZ/IPW-Sammlungen zu weiteren Ländern, den DWI-Sammlungen und den beiden inhaltlich und quantitativ im IPW existierenden umfangreichen Bibliotheken, darunter zwei komplette Spiegel-Sammlungen, liegen keine Erkenntnisse vor.

Die Übernahme des Bestandes erfolgte in Archivkartons, wovon Teile im ZGA in Ordner rückgeheftet wurden. (https://www.zga-berlin.de/ipw-sammlung)

Der unter dem Begriff „Deutschlandarchiv 1946 – 1992“ zusammengefasste Gesamtbestand setzt sich aus folgenden Teilprovenienzen (Stand Inventur 2013) zusammen:

  • Deutsches Institut für Zeitgeschichte (DIZ) 1946-1971, 4.834 Kartons,

  • Deutsches Wirtschaftsinstitut (DWI) 1946-1971, 104 Kartons,

  • Institut für internationale Politik und Wirtschaft (IPW) 1972-1992, 4.029 Kartons

Die im ZGA als „Deutschlandarchiv“ bezeichnete Sammlung basiert, bezogen auf das IPW, auf 82 regelmäßig ausgewerteten Tages- bzw. Wochenzeitungen der BRD/Westberlins und ausgewählten Zeitungen und Zeitschriften der DDR (Stand 1992). Hinzu kommen „The Times“ (1947-1988), „Financial Times“ (1947-1990), „International Herald Tribune“ (1967-1990), „Le Monde“ (1947-1989).

Im DIZ wurden nach der Überlieferung 170 Zeitungen und 450 Zeitschriften aus dem In- und Ausland vom Lektorat ausgewählt und durchgearbeitet (Stand 1959); mehr als 600 periodische Publikationen wie Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften, Bulletins seien es am Schluss der Institution 1971 gewesen.

2.1. Deutschlandarchiv - DIZ

Unter den Bänden der alten Dezimalklassifikation bis 1960 sind als gesamtdeutsche und internationale Themen der Nachkriegszeit u.a. überliefert: Berlin in der Viermächtepolitik, Luftbrücke, Spionage, alle Nachkriegskonferenzen, die internationale Lage nach 1945, die Bilanz des II. Weltkrieges, Wiedergutmachung, der Atlantik-Pakt, Aufrüstung, Wahlen nach 1945, Entspannungsbemühungen, europäische Vereinigungsbemühungen. Umfangreiche Sammlungen liegen zu westdeutschen Besatzungszonen, auch zur Sowjetischen Zone vor, zum Ost-West-Handel und den interzonalen und internationalen politischen Beziehungen dieser Zeit. Darüber hinaus: Soziale Probleme, darunter Flüchtlingsfragen, Ernährungsfragen, Schwarzer Markt, Wiederaufbau, Denazifizierung und Enteignung der Kriegsverbrecher-Betriebe. Politische Themen bilden die Politik der Siegermächte gegenüber Deutschland, die Vorbereitung eines Friedensvertrages, die Bestrebungen ein wiedervereinigtes Deutschland zu schaffen, Remilitarisierung, Friedensbewegung. Zum Bestand gehören Kunst und Kultur (Bibliotheken, Presse, Funk, Literatur, Theater, Film, Kunstausstellungen, Musik), Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie deren Stellung zu Fragen der Zeit, Schulen, Universitäten und Pädagogik.

Mit der Dezimalklassifikation ab 1961 wurden die Schwerpunkte der Überlieferung den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und absehbaren Entwicklungen angepasst. Die Systematik der neuen Klassifikation ist nun nach Buchstaben gegliedert. Getrennt werden die Entwicklung der DDR (B), Westberlins (b) und Westdeutschlands (C) abgebildet. Damit konzentrierte sich die Fortsetzung der thematischen Sammlungen nunmehr verstärkt auf deutsch-deutsche Fragen. Die Fortsetzung bisheriger Themenkomplexe der bis 1960 geltenden Systematik erfolgte erweitert mit dem Buchstaben (F) unter dem Gesichtspunkt der wichtigsten internationalen Schlüsselprobleme und um internationale Politik mit ihren Einflüssen auf die Entwicklung der DDR und der BRD.

Im Mittelpunkt stehen bis 1972 in der neuen Klassifikation unter der Bezeichnung: Probleme beider deutscher Staaten (Buchstabe A) u.a. folgende gesamtdeutsche Themen: Kriegsschluss, alliierte Besatzungspolitik, Probleme des Friedensvertrages und der deutschen Vereinigung, politische Probleme sowie wirtschaftliche und kulturelle Fragen zwischen ihnen. Raum nehmen in diesem gesamtdeutschen Teil - nach Jahren, Ländern, Institutionen, Personen geordnet - Stellungnahmen zur deutschen Wiedervereinigung ein. Nach Jahren geordnet auch Themen der staatlichen, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten, Kunst- und Kulturaustausch, Sportaustausch, Alleinvertretungsanspruch, gesamtdeutsche Kongresse, umfangreich aber auch zur Entwicklung der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Osten und Westen, zu kirchenpolitischen Fragen und ihren Stellungnahmen zu den Fragen ihrer Zeit.

Zu Berlin finden sich Themen u.a. zum Verhältnis der Alliierten untereinander, zu Problemen der Sektorengrenzen und dortigen Zwischenfällen, zum innerstädtischen Verkehr und weitere Themen, getrennt unter den Bezeichnungen Demokratisches Berlin und Westsektoren. Unter Westberlin/Westsektoren auch die Stellung zur BRD, Stellungnahmen zu Noten und Briefen der Regierungen der BRD und der DDR sowie internationale Stellungnahmen zum Status der Stadt, sodann Westberliner Parteien, Außerparlamentarische Opposition (APO), Wahlen, Justiz, Prozesse, Beziehungen zur DDR und anderen Ländern, soziale Fragen, Kunst und Kultur, Schulen und Universitäten, darunter Studentenorganisationen und -kongresse und auch Sport oder Spionagezentralen.

Die Sammlung DDR der neuen Klassifikation beinhaltet in neun Hauptgruppen neben Themen der Gesellschaftsstruktur wie Parteien, Parteitage, Gewerkschaften, Jugendverband, Wahlen, Volkskammer und Regierung, Fragen der Volksvertretungen in den Kreisen und Gemeinden, der Rechtsentwicklung im Land, des Militärs, der Außenpolitik und der wirtschaftlichen Entwicklung, dabei differenziert die einzelnen Wirtschaftszweige und Betriebe sowie vielfältige gesellschaftliche Themen, so: Lebensniveau der Bevölkerung, Sozialwesen und Sozialpolitik, soziale und kulturelle Einrichtungen in den Betrieben, Erziehungsziele in den Schulen, Polytechnische Bildung, Schule und Elternhaus, Jugendklubhäuser und Freizeitgestaltung, Sport, Sportveranstaltungen, Jugendsportschulen und im umfangreich überlieferten Bereich Kultur u.a.: künstlerisches Volksschaffen, Arbeiterfestspiele, Dorffestspiele, Schriftstellerkongresse und Literaturkonferenzen, Theater, Opern, Konzerthäuser A – Z, Filme geordnet nach Titeln, und auch Gesundheitswesen, darunter Gesundheitseinrichtungen in den Betrieben. Darüber hinaus sind umfangreich internationale Berichte über das Leben in der DDR überliefert.

Die Überlieferung zur BRD (Westdeutschland seit 1945) nimmt in der Aufgabenstellung des DIZ dieser Zeit eine so zentrale Rolle ein, dass der Bestand in der neuen Klassifikation umfangreichstes Thema wurde. Er gliedert sich in die 9 Hauptgruppen: Gesellschaftsstruktur; Parteien/Organisationen/Bewegungen; Staat/Wahlen/Politische Funktionen/ Innenpolitik; Außenpolitik/politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen; Wirtschaft; Bildung/Wissenschaft/Jugend und Sport; Kultur/Kulturpolitik; Bevölkerungspolitik/Lebensniveau/ Gesundheits- u. Sozialwesen; Remilitarisierung.

Die zweite Hauptgruppe umfasst umfangreich und systematisch alle westdeutschen Parteien, Organisationen, insbesondere auch Gewerkschaften und Bewegungen, ihre Statuten, Programme, Kongresse/Tagungen sowie Stellungnahmen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik, zu innenpolitischen Problemen sowie zu gesamtdeutschen und internationalen Fragen. In der dritten Hauptgruppe Staat sind neben den Bundesbehörden und -themen alle Bundesländer abgebildet. Für die einzelnen Bundesländer gilt die Themenstruktur: Staatsapparat, Wahlen, Sozialpolitik/Wirtschaft, Finanzen und Kultur. Fokussierung erfolgte auf die Bundesthemen Justiz und dessen Personal, Kriminalität, insbesondere die Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern, Themen der inneren Sicherheit, Spionage- und Agententätigkeit, Presse- und Pressefreiheit. Bezüglich westdeutscher Außenpolitik liegen die überlieferten inhaltlichen Schwerpunkte in westeuropäischer Integration, Hallstein-Doktrin, ost- und innerdeutschem Handel und umfangreich, in den politischen Beziehungen zur Sowjetunion und anderen ost- und westeuropäischen Ländern, zu den USA usw. Unter dem Hauptthema Bildung/Wissenschaft/Jugend und Sport sind u.a. überliefert: innenpolitische Reformbestrebungen, soziale Lage der Lehrer oder Einzelthemen wie Schule und Faschismus, dann Universitäten A-Z, u.a. Studentenorganisationen und -themen, Hochschulreformen sowie Sportbeziehungen, Leistungssport oder Sportarten. In der Hauptgruppe Kultur/Kulturpolitik überliefert sind u.a. Organisationen der Kulturschaffenden, ihre Organisationen und Kongresse, Themen wie Kunst und Politik, Kunstrichtungen, Theater (nach Städten A-Z), Aufführungen und Kritiken, Festspiele oder Filme (A-Z). Unter dem Thema Bevölkerungspolitik/Lebensniveau/Gesundheits- u. Sozialwesen: Lebenshaltung und Kaufkraft, sozialpolitische Entwicklung, Sozialversicherungen, Krankenhäuser u.a. medizinische Einrichtungen und Einzelthemen wie Rolle der Frau, Schwangerschaftsabbruch oder Seuchenbekämpfung. Zum Thema Remilitarisierung und Aufrüstung schließlich liegen umfangreich Stellungnahmen aus der BRD und international zu diesem Thema vor. Differenziert wurden dargestellt: die Waffengattungen der Bundeswehr, die Besatzungstruppen, NATO-Truppen, das Verhältnis der Bevölkerung zu ihnen, strategische Pläne und unter dem Stichwort Refaschisierung sind u.a. Themen überliefert, die entsprechende Biografien, Terroraktionen, antisemitische Zwischenfälle und revanchistische Bestrebungen umfassen.

Unter Deutsche Geschichte finden sich in der neuen Klassifikation Themen zum 1. Weltkrieg, der Weimarer Republik und umfangreich der Zeit des Faschismus. Darunter dann Artikel über den NS- Staatsapparat, über NS-Ideologie, den Terror und die Konzentrationslager (A –Z), die Zerschlagung demokratischer Organisationen/Parteien, die Auseinandersetzungen um den 20. Juli, den 2. Weltkrieg, die NS-Außenpolitik, darunter auch die Beziehungen Hitlerdeutschlands zur Sowjetunion, die Lage der Kriegsgefangenen in Deutschland, Rassenverfolgung, Warschauer Ghetto, „Eindeutschung“ und auch über Kultur und Kulturpolitik in der Zeit der NS-Diktatur, darunter Schul- und Hochschulwesen und Rundfunk.

In der neuen Klassifikation werden Presseausschnitte zum neuen Thema (F) Internationale Probleme erfasst. Umfangreich finden sich hier die Nachkriegskonferenzen der Westmächte und der Sowjetunion sowie internationale Organisationen und Pakte, der Europäische Gerichtshof, Marshall-Plan, Systemwettbewerb, Atomwaffen-Problematik, Abrüstungsverhandlungen, Kalter Krieg, Diversion und Spionage. Unter Internationale Probleme erfasst sind auch geschichtliche Ereignisse wie Spanischer Bürgerkrieg, 2. Weltkrieg, Partisanenkrieg neben der Anti-Hitler-Koalition, der Londoner Außenministerkonferenz 1945, den separaten Konferenzen der Westmächte und der Sowjetunion, dem Nürnberger Prozess und der strafrechtlichen Verfolgung der NS-Verbrecher. Weitere Hauptthemen sind: die Vereinten Nationen, darunter Tagungen und Beschlüsse der Vollversammlung und der anderen Gremien, das Verhältnis der einzelnen Länder zur UNO, des Weiteren der Warschauer Vertrag, der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), der Nordatlantikpakt (NATO) und andere Paktsysteme, die Bestrebungen "Vereinigte Staaten von Europa", der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), das Europäische Parlament, der Nordische Rat, die Arabische Liga u.a. Einen zweiten Teil nehmen ein: Atom- und Raketenwaffenversuche, Bemühungen um internationale Entspannung/Friedenspolitik, Abrüstungsverhandlungen, Aktionen z.B. des Weltfriedensrates, die Bewegungen gegen Atomkrieg u.a. sowie internationale Bewegungen und Organisationen wie der Jüdische Weltkongress oder Weltbund demokratische Jugend (Weltfestspiele). Darüber hinaus finden sich Themen wie: Völkerrecht, Menschenrechte, Seerecht, Internationales Strafrecht, Asylrecht. Einen Komplex bildet der Systemvergleich zur Entwicklung kapitalistischer und sozialistischer Länder, ihr Verhältnis zu den Entwicklungsländern, der Ost-West-Handel, Embargos. Die thematische Spanne der unter Internationale Probleme gesammelten Artikel reicht dann von Analphabetentum über Vatikan bis zu Weltraumforschung, Filmfestspiele oder Weltmeisterschaften.

2.2. Deutschlandarchiv – IPW

Mit der Fusion des Deutschen Wirtschaftsinstituts (DWI) mit dem Deutschen Institut für Zeitgeschichte (DIZ) und dem Staatssekretariat für Westdeutsche Fragen 1971 zum IPW - dem Institut für internationale Politik und Wirtschaft als dem wissenschaftlichen Institut mit politikberatender Kompetenz in der DDR - änderte sich die Erfassungsstruktur. Im Zentrum standen nunmehr die deutsch-deutschen Beziehungen, eingebettet nun in einem noch breiteren internationalen Kontext. In der Hierarchie der Wertigkeitsstufe I standen 1973 BRD, DDR, Deutschland historisch und Frankreich an der Spitze. Gesellschaftlich relevante Themen aus dem vom DIZ übernommenen Presseausschnittarchiv wurden mit dem neuen IPW-Thesaurus ebenfalls fortgesetzt.

Nach Schließung des IPW wurden alle Themen bis 1992 in der HUB weiter bearbeitet. Dazu gehörten umfangreich vor allem die alten und nun auch die neuen Bundesländer, außenpolitische Themen wie Abrüstung und Europäische Sicherheit und die ganze Breite des Transformationsprozesses mit dem Beitritt der DDR zur BRD (politische Weichenstellungen, über diverse Enthüllungen bis zum Wirken der Treuhand, DDR-Geheimdienst, zu den sozialen und ökonomischen Veränderungen und den internationalen Reaktionen auf den Vereinigungsprozess).

Vom ZGA übernommen wurden die IPW-Bestände BRD (5), Neue Bundesländer (5.11 bis 5.15) sowie DDR (9) und Berlin-West (39). Geringe Bestände umfassen den Bereich Deutschland historisch (10) und übergreifende Themen wie gesellschaftliche Systemforschung, Religion oder außenpolitische Kernfragen der Zeit, so Europäische Sicherheit, internationale Spannungen, UNO.

Der Bestand BRD umfasst neben den Parteien und Gewerkschaften, u.a. mit ihren jeweiligen Stellungnahmen zu innen- und außenpolitischen Fragen der Zeit, Themenkomplexe der Bevölkerungsstruktur, so Frauen, Jugend unter dem Gesichtspunkt ihrer sozialen Lage, Wohnverhältnisse und Mietpolitik, das Thema Umwelt und Umweltschutz, sodann Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Einkommen, Einkommenspolitik und Lebenshaltungskosten. Unter dem Thema soziale Sicherheit finden sich u.a. Gesundheitsschutz, medizinische Betreuung, Mutterschutz, Epidemie, Altersfürsorge, Jugendschutz, Rente oder Krankenversicherung. Zum Staat selbst Themen der Innen- und Außenpolitik, so parlamentarische Debatten, Probleme an der Staatsgrenze, Kriminalität, Spionage oder Strafverfolgung und unter Kommunalpolitik auch die Städte der BRD (A-Z). Der innenpolitische Themenkreis Justiz, in der Entwicklung nach Jahren differenziert, enthält darüber hinaus Gerichtsverfahren, auch die Prozesse gegen DDR-Funktionsträger bis 1992, den Strafvollzug nach Jahresgliederung, Kriminalitätsentwicklung, darunter umfangreich unter dem Stichwort individueller Terror zur Innenpolitik auch Innere Sicherheit, Berufsverbote, Verfassungsschutz, Polizei. Unter dem Deskriptor Staat finden sich die jeweiligen Regierungskoalitionen, ihre Erklärungen, so zur Deutschlandpolitik oder Systemauseinandersetzung. Zum Militärwesen gehören Rüstung und Rüstungsfinanzierung, Streitkräfte, ihre Struktur und Bewaffnung, Geheimdienste einschließlich BND. Breiten Raum nimmt der Bereich Wirtschaft ein. Darunter Fragen wie: Konjunktur, Preispolitik, Wachstum, staatliche Investitionen, individuelle Konsumtion oder Kartellrecht; sodann die Entwicklung der Wirtschaftszweige, darunter auch Atomwirtschaft und Reaktoren, Handel, Handwerk und Verkehrswesen sowie Industrie, gegliedert in Zweige und verbunden mit speziellen Themen wie Preispolitik, Umwelt, soziale Lage der Beschäftigten etc. Ebenso Landwirtschaft und Außenhandel, da auch Messen, Zoll, Währungspolitik, dann die Internationalisierung der Wirtschaft (Entwicklungshilfe, Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen, Weltmarkt), Bankwesen, Steuerpolitik. Für Außenpolitik dann das Thema Abrüstung und umfangreich die bundesdeutschen Außenbeziehungen, die kulturelle Außenpolitik und die diplomatischen Beziehungen, geordnet jeweils nach Ländern der Erde. Unter dem Deskriptor Völkerrecht sodann das Thema 2. Weltkrieg/Kriegsverbrechen, Amnestien und Gerichtsverfahren, gefolgt von der UNO, gegliedert nach deren Spezialorganisationen. Bezogen auf den Deskriptor Systemauseinandersetzung umfangreich das Thema Friedensbewegung (A-Z), sodann Globalstrategie, Subversion und Spionage, psychologische Kriegführung, Revanchismus, politisch-militärische Integration. Weitere Themenkomplexe bilden: Allgemeinbildung und Schule in ihrer Entwicklung nach Jahren geordnet, so auch Berufsausbildung und Hochschulwesen mit Themen wie Bildungsmonopol, Chancengleichheit; sodann Sport, darunter Sportbeziehungen und Olympische Spiele; dann Kommunikation und Massenmedien, Presse, Journalistik, Zeitschriften (A-Z), Rundfunk, Fernsehen und Sender (A-Z); im Bereich Wissenschaft Wissenschaftszweige, ihre Institutionen und abschließend das Thema Ideologie mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Kommunismus- und DDR-Forschung, Neue Linke. Am Schluss der Systematik das Thema Religion, gegliedert nach Evangelischer und Katholischer sowie nichtchristlicher Kirche mit Themen wie das Staat-Kirche-Verhältnis, Stellung zur Friedensbewegung und Entwicklungshilfe oder zur Internationalisierung der Wirtschaft.

Im Bestand DDR dominieren inhaltlich die Themen: Außenpolitik, Wirtschaft, insbesondere Außenwirtschaft, Kultur und Bildung. Wichtige Themen sind darüber hinaus: Bevölkerungsentwicklung, Frauen, Jugend, Intelligenz; die internationale Solidarität und demokratische Organisationen, wie die Frauenbewegung; die Parteien der DDR, Gewerkschaften, die FDJ als Jugendorganisation; die soziale Lage der Bevölkerung, die Entwicklung des Lebensstandards, der sozialen Sicherheit, der Wohnverhältnisse oder des Gesundheitswesens und der Altersfürsorge. Unter dem Deskriptor Kommunalpolitik finden sich die Städte des Landes (A-Z), nach 1990 auch die bürgerlich-parlamentarischen Entwicklungen, und unter Innenpolitik Justizthemen, so zur Kriminalitätsentwicklung, Gerichtsverfahren, über Polizei, zur Entwicklung des Strafrechts, und unter militärischem Machtapparat nach 1990 umfangreich das Thema Geheimdienst. Der Deskriptor Wirtschaft umfasst Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsplanung, den wissenschaftlich-technischen Fortschritt, die Wirtschaftsstruktur und die Industriezweige. Schwerpunkt des Bereiches Außenwirtschaft sind die internationalen Messen, der Bereich sozialistische Wirtschaftsintegration und die Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen. Der außenpolitische Bereich listet die Außenbeziehungen, die kulturelle Außenpolitik und die diplomatischen Beziehungen der DDR zu den Ländern der Welt (A-Z) auf. Raum nehmen darüber hinaus diplomatische Verhandlungen, Staatsbesuche, völkerrechtliche Verträge sowie internationale Entspannung, Friedensbewegung und das Thema Reiseverkehr ein. Unter Kultur zu finden sind kulturpolitische Institutionen, Künstler, die ausgezeichnet wurden, und umfangreich Kunstausstellungen der DDR im Ausland und ausländische Kunstausstellungen in der DDR, darunter auch die Ausstellungen der BRD, sodann Film- und Literaturbesprechungen. Der Bereich Bildung umfasst das Schulwesen des Landes, die Bildungs- und Hochschulpolitik und den Sport und der Bereich Ideologie Friedensforschung sowie Sozialismuskritik. Unter dem Deskriptor Religion befindet sich, getrennt nach Evangelischer und Katholischer Kirche, vor allem das Thema Verhältnis Kirche - Staat. Die Sammlung DDR war 1989 erweitert worden um Deskriptoren wie Opposition oder Runder Tisch. Neu angelegt wurden die in der DDR entstandenen Parteien. Ab 1991 wurden Themen der DDR-Aufarbeitung, wie Zwangsumsiedlung, Zwangsadoption oder Kommerzielle Koordinierung (KoKo), dem Bereich BRD/Innenpolitik zugeordnet.

Der Bestand Westberlin widerspiegelt den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Alltag der Stadt. Neben den Parteien und ihrem Wirken und den politischen Fragen ihrer Zeit, der Bevölkerungsentwicklung, den Themen Frauen und Jugend/Jugendorganisationen und Gewerkschaften finden sich die Einzelthemen: Arbeits- und Freizeit, Umweltschutz, Miete und Wohnungspolitik, Arbeitskräfte und Arbeitslosigkeit und umfangreich Soziales: die Entwicklung des Gesundheitswesens nach Jahren geordnet, medizinische Betreuung, Altenvorsorge und Sozialfürsorge. Unter den Deskriptoren Staat/Staatsgebiet auch Grenzverletzungen und Unfälle. Im Bereich Innenpolitik, zu Justiz und Kriminalität, finden sich Themen wie individueller Terror, Menschenhandel, Korruption, auch Polizei, Verfassungsschutz oder Berufsverbote. Wirtschaft, Handel und Verkehr beinhalten auch den Transit- und Eisenbahnverkehr mit der DDR. Ebenso umfassen die Außenbeziehungen der Stadt auch die zur DDR und zu Staaten des RGW. Weitere Bereiche sind: Kriegsauswirkungen und Besatzungsregime, Besatzungsstatus, Emigranten, das Vierseitige Abkommen über Westberlin, Friedensbewegung, Spionage, Kultur und Kunst, darunter Festtage nach Jahren geordnet, sodann Schule und außerschulische Bildung, Berufsausbildung, Bildungsnotstand, Hochschule bis Hochschulreform. Unter Kommunikation, Fernsehen und Presse, sind die Zeitungen(A-Z) der Stadt zu finden und die Sender RIAS und SFB an prominenter Stelle. Raum nimmt das Thema Rechtsextremismus und rechtsextreme Organisationen ein. Der Deskriptor Kirche konzentriert sich auf die Evangelische Kirche, darunter auch ihre Beziehung zu linksradikalen Gruppen. Am Schluss des Bestandes Westberlin dann die Thematisierung des Status der Stadt im Hinblick auf die BRD.

  • Findmittel

Als Findmittel übernahm das ZGA vom ZZF e.V.:

  • Systematische Bandkataloge des DIZ I/ Dezimalklassifikation bis 1960 und

  • DIZ II/ Dezimalklassifikation 1960 – 1972 sowie den

  • IPW–Thesaurus, Systematischer Teil und Alphabetischer Teil und

  • eine einheitliche Schlagwort-Konkordanz mit Quellenverweisen auf DIZ I und II - sowie DWI- und IPW-Systeme (Kartei).

Die Dezimalklassifikationen der Bestände des DIZ, DIW und IPW wurden im ZGA abgeschrieben (Excel-Dateien). Auf dieser Grundlage wurde darin der durch das ZGA vom ZZF e.V. real übernommene Bestand selektiert, zur Erleichterung der Recherche thematisch ergänzt und in Excel-Listen verzeichnet.

Das DIZ erfasste seine Presseausschnitte 1946 bis 1960 vermittels Dezimalklassifikation in einem systematischen Bandkatalog (Katalog DIZ 1 – 900). Dieser alte Katalog weist 38 Bände aus, die wiederum in numerischen Reihen thematisch spezifiziert wurden. Ab 1961 bis zur Fusion mit dem IPW 1972 galt eine modernisierte Dezimalklassifikation. Die numerische Verzeichnung wurde in zehn Themengruppen (A – J) gegliedert.

Das IPW schuf 1973 einen Thesaurus mit alphabetischem und systematischem Teil als Regelwerk der Systematisierung, und mit einheitlicher Struktur der Sachgebiete innerhalb einer Ländersystematik. Er wurde nach Schließung des IPW 1990, ab dem 15.02.1991, als Thesaurus des HUB-Pressearchivs mit entsprechenden Präzisierungen und Erweiterungen, z.B. die Länderneubildungen oder Justizverfahren in der BRD gegen Vertreter der DDR etc. betreffend, erweitert.

Der im IPW seinerzeit eingeführte analoge Thesaurus bildete ein zu jener Zeit exzellentes Begriffssystem für die gesamte Dokumentenbasis dieses Instituts. Ziel war es seinerzeit, „die wesentlichen Sachverhalte und Fakten aller relevanten Informationsquellen nach einheitlichen Gesichtspunkten zu erfassen, zu beschreiben und zu speichern; die Bibliothekskataloge und das Ausschnittarchiv mit Hilfe des Notationssystems in sich zu ordnen …“ (zitiert aus der Einführung in den Thesaurus, Ausgabe 1984). Länder und Länderbereiche erhielten die bereits erwähnten Wertigkeitsstufen. Der Thesaurus des IPW verknüpfte eine Ländernotation der damaligen Staaten der Erde mit der Sachnotation. Informationswürdige Sachverhalte wurden mittels Deskriptoren bezeichnet. Zur Indizierung von Fakten und Sachverhalten, deren Sachinhalt mit nur einem Deskriptor nicht zu erfassen war, wurden Deskriptorenketten gebildet. Modifikatoren wurden genutzt, wo die Einengung des Begriffsinhaltes eines Deskriptors unbedingt erforderlich war. Übergreifende Themen erhielten nachgestellte Ländernotation in der Notationskette, so dass Länder oder Ländergruppen mit Beziehungen zum Thema systematisiert werden konnten. Die im IPW genutzten Deskriptorenketten wurden für das Indizieren unter dem Dach der HUB weiter bedient.

Die Zusammenführung der Findsysteme des DIZ sowie des hier nicht weiter aufgeführten Deutschen Wirtschaftsinstituts (DWI) und des IPW erfolgte in einem ebenfalls überlieferten Konkordanzregister (Karteikarten). Darin werden die Sachbegriffe der seit 1973 verwendeten IPW-Systematik mit den bis dahin vom DIZ und DWI verwendeten Systematiken in Übereinstimmung gebracht. Das Konkordanzregister ist alphabetisch geordnet.

Das Konkordanzregister wurde im ZGA ebenfalls abgeschrieben und liegt als Excel-Tabelle vor.

Der IPW-Bestand DDR wurde durch Ordnernummerierung für die Erfassung im ZGA-Datenbanksystem vorbereitet, ist bereits teilerfasst und in der Internet-Datenbank (https://www.zga-berlin.de/artikelrecherche ) der ZGA-Webseite verfügbar.