Zeitgeschichtliches Archiv

Sonntag 19 November 2017

Zeitbild 1877 – 1947

Zeitbild

Weiterlesen...

Der Erste Weltkrieg

i weltkrieg

Weiterlesen...

Marzahn – Poesie des Lebens

marzahn-poesie

Weiterlesen...

Das Jahr 1945

das jahr 1945

Weiterlesen...

  

Zeitungsausschnittsammlungen- kritisch gelesen, ein Fundus der Zeitgeschichte

 Mit der Zunahme der Presseerzeugnisse und -vielfalt nach dem II. Weltkrieg begann die hohe Zeit der Zeitungsausschnittarchive. Die Bedeutung „veröffentlichter Meinung“ für Politik, Kultur und wirtschaftliches Leben nahm zu und die Universalität der Informationen aus allen Lebensbereichen bedurfte der Aufbereitung. Zeitungsauschnittarchive dokumentierten die Gegenwart und bedienten das Informationsbedürfnis spezieller Benutzergruppen. So stellte das Hamburger Welt-Wirtschafts-Archiv, es gilt als Europas größte Sammlung dieser Art mit mehr als 18,5 Mio. Zeitungsausschnitten (1998), seine Informationen für Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Staatsverwaltung bereit; heute gehört es zur Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften.

Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins BBB e.V., werden in Berlin-Marzahn die beiden größten DDR-Sammlungen bewahrt. Es handelt sich um das ehemalige zentrale Pressearchiv, historisch gewachsen im Verlag Neues Deutschland (ND) und die Sammlungen des Instituts für internationale Politik und Wirtschaft (IPW). Entsprechend des speziellen gesellschaftlichen Systems waren Adressaten dieser Sammlungen seinerzeit Politik und Wissenschaft.

Konventionelle Ausschnittarchive, d.h. die Pressesammlungen jeweils aktueller Debatten und Ereignisse, die sie zu sinngebenden Einheiten, zu Dossiers formten - sie wuchsen so über die Jahre zu Archiven.

Mit dem Übergang zu digitaler Speicherung und Volltextrecherche stellen sie heute allmählich ihre Arbeit ein und weichen der neuen Branche der Medienbeobachtung. Viele historische Zeitungsausschnittsammlungen wurden in diesem Zuge makuliert.

Hervorzuheben bleibt: Ein beträchtlicher Teil der geschichtlichen Überlieferung der öffentlichen Meinung des 20. Jahrhunderts lagerte in Zeitungsausschnittsammlungen. Die Geschichtswissenschaft weiß, dass zunächst aktualitätsbezogene Pressedokumentation binnen weniger Jahrzehnte zur wertvollen Geschichtsquellen wird. Auch die Rezeptionsforschung, z.B. der Germanistik, sieht Zeitungsartikel als Bibliographie würdige Literaturgattung an, war doch das Feuilleton einer der wichtigsten Orte der Literaturkritik und manch kostbarer Aufsatz nur in Zeitung oder Zeitschrift veröffentlicht.

 Die Zeitungsausschnittsammlungen des ZGA haben in Deutschland keine Entsprechung. Ca. 18,56 Mio. Artikel werden hier in den beiden Kernbeständen bereitgehalten: Die Länder der Erde bildeten den Schwerpunkt der Meldungen und Artikel aus einer Vielzahl Zeitungen und Zeitschriften, die im damaligen zentralen Pressearchiv zusammengeführt wurden, und im Fokus der IPW-Sammlungen standen die BRD und Westberlin. So vermitteln die aus ost- und westdeutschen sowie anderen deutschsprachigen Printmedien absichtsvoll zusammengeführten und in Sachgruppen gegliederten Presseausschnitte einen kompakten Überblick über die gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in der BRD, der DDR sowie der Länder der Erde in den Jahren 1946 bis 1992 (Sammelzeitraum).

Welche Relevanz für Wissenschaft und Bildung ergibt sich aus den Sammlungen des ZGA?

  • Für historische Wissenschaften sind Presse-Originaltexte zeitgeschichtliche Wissensbasis, wenn sie quellenkritisch angewendet, traditionelle Ereignisgeschichte flankiert (Zeitgeschichte: ein Wissenschaftsbereich, den ein Teil der Zeitgenossen bewusst miterlebte)

  • Da wir zur Zeit eine teils in Aktenfetichismus ausartende Hinwendung zu Archiven (besonders zur Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen im Bundesarchiv und zum MfS-Unterlagen-Archiv) zu verzeichnen haben, ist es für die Forschung unerlässlich, immer auch der Frage nachzugehen, wie Politik nach außen gedrungen ist, und dies geschah in der Vergangenheit stärker als in der Gegenwart über die Printmedien.

  • Für komparative Ideologiegeschichte innerhalb der allgemeinen und vergleichenden Politologie bilden zeitgenössische Presseartikel eine wichtige Basis, denn nicht nur Ereignisse wurden über die Zeitungen wahrgenommen, Zeitungen selbst waren mehr oder weniger Akteur im Zeitgeschehen, nicht neutrale Beobachter

  • Kommunikationswissenschaft (Publizistikwissenschaft), die u.a. aus der Zeitungswissenschaft hervorgegangen ist, beschäftigt sich auch mit Massenkommunikation und somit mit der Verbreitung von Informationen über Massenmedien wie Zeitungen.

  • Da zahlreiche Presseorgane nicht komplett erhalten oder für Nutzer nur schwer zugänglich sind, bieten Zeitungsausschnittsammlungen oft die einzige Überlieferung, die erforderliche Einblicke ermöglichen.

  • Den Zeitungsausschnittsammlungen liegen Ordnungsprinzipien zu Grunde, die in sachkundiger Berücksichtigung ihrer Entstehungsgeschichte einen weitaus effektiveren und rascheren Zugang zu forschungsrelevanten Quellen ermöglichen als die Durchsicht ganzer Jahrgänge mehrerer Presseorgane und zugleich das zeitgenössische Interesse widerspiegeln.

Das Zeitgeschichtliche Archiv ist außerschulischer Lernort. Zeitungsartikel vermögen eine andere historische Erlebnisdimension zu erschließen. Darüber hinaus bestehen mit einer Reihe universitärer Bereiche Kooperationsbeziehungen.

 

weitere Seiten

Pressebildfotografie

www.abi-presse.de

ARCHIV - Kunstausstellungen

ausstellung.zga-berlin.de

Videos

Informationen zum ZGA
Rede Frank Beckmann 14 4 11 Bear

Im ZGA
Im Zeitgeschichtlichen Archiv 1b

Galerie - Zeitungen