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Zeitgeschichtliches Archiv

18 November 2019

Vorankündigung Okt./Nov.2019

"Zweimal Deutschland – Soziale Politik in zwei deutschen Staaten – Herausforderungen, Gemeinsamkeiten, getrennte Wege"

Ganztages-Konferenz am Montag, den 4. November 2019, 09.30-19.00 Uhr in Berlin-Marzahn "KulturGut", Alt-Marzahn 23, 12685 Berlin.

Der Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V., das Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V. mit seinem Zeitgeschichtlichen Archiv und die Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin laden zu dieser Konferenz ein. Parallel dazu entsteht ein Sammelband zum Thema bei der edition bodoni.

Am 30. Jahrestag der Kundgebung von über einer halben Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz für einen demokratisch-sozialistische, erneuerte DDR wollen wir Bilanz ziehen. Wir wollen der in Mainstream-Geschichtserzählung vom unvermeidlichen Untergang des "Unrechtsstaats" DDR mit Mauer, Stacheldraht und Stasi im Kontrast zur Geschichte von der "geglückten Demokratie" in der Bundesrepublik eine weit differenzierte Position gegenüberstellen. Wir halten für es sinnvoll, die Analyse der Doppelbiografie der beiden deutschen Staaten zu nutzen, um nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden, Konflikten und offenen Fragen der Geschichte wie einer künftigen, alternativen, nicht- und nachkapitalistischen Entwicklung zu fragen.

Es geht nicht um eine nostalgisches Rückbesinnen auf mehr oder minder heile Welten der DDR oder der alten BRD, sondern um das Aufzeigen des Wandels beider Gesellschaften an historischen Knotenpunkten, ihre gegenseitige Beeinflussung, aber auch darum, ob und wie künftige alternative Gesellschaftsstrategien diese Erfahrungen aufgreifen können.

Darum wenden sich Konferenz (und Sammelband) exemplarisch fünf zentralen Fragen zu:

  • Beide deutsche Staaten als Teil der Systemauseinandersetzung um das überlegende sozialökonomische System, eingebettet in den Kalten Krieg, der beide Länder mitprägte.

  • Das Ringen um gesellschaftspolitische Überlegenheit auf wirtschaftlichem und letztlich sozialpolitischem Gebiet in der DDR mit ihren Chancen und vor allem ökonomischen Grenzen.

  • Die sozialpolitische Entwicklung der BRD als Teil dieser Systemauseinandersetzung mit Klassenkämpfen, Sozialverträgen und Zugeständnissen.

  • Die Herausforderung durch die Produktivkraftrevolution und die Konsequenzen für Sozialstruktur und ökonomische Strategien seit den 1960/70er Jahren mit der deutschen Zäsur des Jahres 1989.

  • Voraussetzungen und Konsequenzen des Zusammenbruchs der DDR und die neoliberale Neugründung Gesamtdeutschlands einschließlich der rechten politischen Radikalisierung der Gegenwart.

An der Vorbereitung der Konferenz und des Sammelbandes nehmen u.a. teil: Rolf Badstübner, Günter Benser, Stefan Bollinger, Lutz Brangsch, Holger Czitrich-Stahl, Frank Deppe, Gerd Dietrich, Georg Fülberth, Thomas Goes, Jürgen Hofmann, Helga Hörz, Herbert Hörz, Michael Klundt, Christa Luft, Siegfried Prokop, Jörg Roesler, Stefan Schmalz, Viola Schubert Lehnert, Klaus Steinitz, Anne Urschil, Gerd Wiegel, Rainer Zilkenat.

Und auch vormerken: Eröffnung der Kunstausstellung „Aufbruchzeit“ am Freitag dem 11. Oktober 2019 um 19:30 Uhr im Kultur- und Nachbarschaftszentrum RuDi www.rudizentrum.de