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30 Jahre - 60 Werke

Mit der Werkschau Marzahner Bilder: 30 Jahre – 60 Werke zeigte das Zentrum für Kultur- und Zeitgeschichte den Aufbau und das Wachstum einer neuen Stadtlandschaft im Wechselverhältnis zu Wirkungen und Folgen des tiefen Eingriffs in Natur und Landschaft. Zugleich stand aber auch die Frage nach dem Umgang und der Beziehung zu dem vorhandenen, historisch gewachsenen ländlichen Siedlungsraum. Es ist bemerkenswert, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Handschriften aus der Mehrzahl der Arbeiten dieses Problembewusstsein ersichtlich ist. Die Ausstellung bot ein geschlossenes und harmonisch ausgewogenes Bild einer realistischen und metaphorischen Herangehensweise an das Thema, unverkrampft und sachlich, oftmals verliebt ins Detail und erstaunlich entspannt sowie frei von programmatischen Lasten.


In einer hinteren Installationsebene 14 Videointerviews: Theo BALDEN, Gudrun BRÜNE, Wilfried FALKENTHAL, Wieland FÖRSTER, Erich GERLACH, Hans Hendrik GRIMMLING, Bernhard HEISIG, Heidrun HEGEWALD, Heinz LÖFFLER, Willi NEUBERT, Uwe PFEIFER, Frank RUDDIGKEIT, Willi SITTE und Walter WOMACKA zeichneten ein facettenreiches Bild künstlerischen Schaffens. Die Geschichte Bildender Kunst vollzieht sich ja nicht zuletzt durch die Veränderung ihrer gesellschaftlichen Funktion und Stellung. Dennoch: Die Selbstzeugnisse dieser Künstler voller emotionaler Authentizität belegten, sie unterlagen weder einer starren Gestaltungsaufgabe, noch lassen sich ihre unterschiedlichen Themen, Ausdrucksmittel und Erbbeziehungen auf weniger reduzieren, als einen fortwirkenden Beitrag geleistet zu haben zur großen Tradition des Bildermachens in Deutschland.

Dazu gesellt sich eine Presseschau: Historische Artikel über Kunst und Kultur dieses verschwundenen Landes aus dem Fundus des Marzahner Zeitgeschichtlichen Archivs, ausschließlich aus westlichen Medien der Vorwendezeit. Dass mit dem Titel der Werkschau Marzahner Bilder: 30 Jahre – 60 Werke bei dem einen oder anderen Feuilleton-Leser Assoziationen zu einer viel prominenteren Ausstellung und einem offenen Brief von Christoph Hein geweckt wurden, war nicht unerwünscht.

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Projektkatalog

93 Seiten