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BRD und Westberlin (1945 -1990)

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Ralf Wahner
(Hauptabteilungsleiter IPW)

Der Artikelbestand entstammt dem Institut für internationale Politik und Wirtschaft der DDR (IPW). Das IPW wurde in der DDR in Zeiten der Wende vom Kalten Krieg zur Entspannung gegründet und hatte sich auf Imperialismus- und Friedensforschung sowie BRD-Analyse spezialisiert.

Die Sammlung ist nicht mehr vollständig, übernommen wurden durch das ZGA ca. 10 Mio. Zeitungsausschnitte. Thematisch wiederspiegeln sie Entwicklungen und Ereignisse in der BRD und Westberlin sowie die Sicht der BRD auf die DDR.

Das IPW selbst entstand 1971 als Fusion des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte (DIZ), des Deutschen Wirtschaftsinstituts (DWI) und des wissenschaftlichen Bereichs des aufgelösten Staatssekretariats für westdeutsche Fragen des Ministerrates der DDR.

In der Hauptabteilung Dokumentation und Information war die Abteilung Zeitungslektorat für das zentrale Zeitungs-, Zeitschriften- und Ausschnittarchiv zuständig. Ausgewertet wurden 86 Tages- bzw. Wochenzeitungen (82 westdeutsche Printmedien sowie The Times, Financial Times, International Herald Tribune und Le Monde). Darüber hinaus wurden in der Hauptabteilung während der Zeit deutscher Zweistaatlichkeit umfangreich Presse- und parlamentarisches Informationsgut ein- gepflegt, das regelmäßig und auf kollegialer Grundlage, insbesondere durch westdeutsche Landesregierungen zur Verfügung gestellt wurde.

Schwerpunkt der Sammlungen der Vorläufereinrichtungen waren im Bestand des DIZ: Probleme der beiden deutschen Staaten, Westdeutschland seit 1945, internationale Probleme sowie Weltanschauung, Ideologie und Geschichtswissenschaft der BRD. Das DIW konzentrierte sich vor allem auf Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Industrie, Handel und Geld. Diese Sammlungen wurden durch das IPW fortgesetzt unter den Schwerpunkten: Klassen, soziale Lage, Staat, Militärwesen, Wirtschaft, Landwirtschaft, Außenwirtschaft, Geld- und Kreditwesen, Kapital, Außenpolitik, Systemauseinandersetzung, Kultur und Ideologie.

Das Zentrum für Kultur- und Zeitgeschichte (ZfK) erhielt den Bestand freundlicherweise durch das Mitglied der Leibnitz-Gemeinschaft, das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, dem es mit Unterstützung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr gelungen war, große Teile der Sammlung zu erhalten. Die Sammlung ermöglicht in großem Umfang eine einzigartige historische Innensicht auf die alte BRD und Westberlin und ergänzt sehr vorteilhaft den nach Ländern der Erde geordneten Artikelbestand des Zentralen Pressearchivs der DDR im ZfK.