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Artikelsammlungen

Zur systematischen Relevanz der Sammlungen

Der Wert historischer Presseartikel als Sekundärquelle wurde durch die historische Wissenschaft lange als nachrangig angesehen. Dies ändert sich zunehmend. Ein direkter Ansatzpunkt des ZGA ist dabei der einzigartige Versuch, "integrative Geschichtsarbeit" erlebbar und erfahrbar zu machen. Es geht, vereinfacht gesprochen, um das Anliegen, zentrale Bereiche der Geschichte „lebendig" und damit emotional nacherlebbar zu machen. Die Archivbestände sind gleichermaßen Übungsfeld für praktische Arbeit wie auch Experimentierfeld und Wissensbasis für öffentlichkeitsorientierte wissenschaftliche Projekte. Unbestritten ist auch der Wert des Archivs für die komparative Ideologiegeschichte innerhalb der allgemeinen und vergleichenden Politologie.

Ein im weitesten Sinne der Idee von der "nouvelle histoire" verpflichteter Ansatz, der der "Ereignisgeschichtsschreibung" an die Seite gestellt wird, ergibt sich durch die vom ZGA editierte " Chronik des Bernhard E". Sie umfasst das Konvolut der von dem Kreuzberger Beamten in den Jahren 1877-1947 zusammengetragenen und erstellten Diarien mit zahlreichen Zeitungsartikeln und Ausrissen, persönlichen Erinnerungsdokumenten und Papieren der Alltagskultur. Diese besondere Form der ,,Tagebuchschreibung" dokumentiert die individuelle Wahrnehmung eines Menschen durch die Kaiserzeit, durch die Zeit des Faschismus bis in die ersten Nachkriegsjahre hinein. Die Sammlung ist ein einzigartiger Beitrag zu einer "Ideengeschichte von unten", die ein wertvolles Forschungsobjekt für die wissenschaftliche Auseinandersetzung darstellt. Es erlaubt die Rekonstruktion eines Subjektes in der Geschichte, mithin Bewertungen konkreter politischer, weltanschaulicher und kultureller Stimmungen aus dieser sozialen Schicht der Vergangenheit. Für die Geschichtstheorie mag die Elsner-Chronik das werden können, was ,,Das Echolot" des Schriftstellers Walter Kempowski für die Literaturwissenschaft ist.